China – Miaos

Batik der Miaos in Südchina

Wo sind die Wurzeln der Batik zu suchen?
Nach einer Sage vom Stamm der Buyi, einer der ethnischen Gruppen der Miao in Südchina, ließ eine Biene einen Tropfen Wachs auf einen Stoff, den ein Mädchen gerade färbte, fallen und diese Stelle blieb weiß! Dadurch hat sie die Eigenschaften des Bienenwachses als Reservierungsmittel erkannt.
Ursprünglich wurde ein Stoff auf die Oberfläche von Vasen oder Trommeln, deren Vertiefungen mit flüssigem Wachs gefüllt wurden, aufgelegt und das Wachs setzte sich auf dem Stoff ab und gab das Motiv als Negativ wieder, also eine Art „Stempel“. Später wurde das Holz der Trommeln durch Bronze ersetzt. Der Stoff wurde zwischen zwei Platten gepresst, von denen eine geformt war und die Vertiefungen mit Wachs gefüllt wurden. Dies war eine Art Stempeldruck. Später hat sich in Südchina auch die sogenannte Messertechnik (ladao = Wachs oder Messer) entwickelt. Die Muster werden vorerst auf dem Stoff mit Kreide vorgezeichnet und das Wachs dann mit kleinen Messern aufgetragen. Am Ende eines kleinen Griffes aus Bambus werden zwei oder mehr dreieckige Klingen in einem Abstand so angebracht, dass dazwischen das flüssige Wachs aufgenommen werden kann. Je nach Muster braucht man also verschiedene Messersortimente.
Das Wachs ist tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Das pflanzliche Wachs wird aus dem Weißwachsbaum (Bailashu) oder aus dem Öl des Ahornbaums gewonnen. Der Stoff wird sooft in das Farbbad getaucht, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Zum Schluss wird das Wachs ausgekocht. Für mehrfarbige Arbeiten muss derselbe Vorgang für jeden Farbgang wiederholt werden.
Als Farbstoff kommt vorwiegend Indigo zur Anwendung, dieser wird aber auch mit Naturfarben ergänzt, meist mit Rot und Gelb, das aus Blüten und Wurzeln gewonnen wird.
Manche Volksgruppen verwenden auch die Technik des Abbindens oder Abnähens. Die Motive werden zuerst mit Kreide auf den Stoff aufgetragen und dann sorgfältig gefaltet und fest aneinandergenäht, damit das Eindringen von Farbe verhindert wird. Die reservierten Teile werden dabei punktuell durch einen, die Falten streng zusammenziehenden Heftstich, erzielt.

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